Aktuellster Beitrag, Rennbericht

SKS Kellerwald Bike Marathon


Der Kellerwald Bike Marathon ist eigentlich für seine doch technisch einfache aber sehr schnelle Strecke bekannt und hat sich mit der inzwischen 19. Veranstaltung sein Status als Frühjahresklassiker weiter untermauert. Das sieht man auch daran dass das Starterfeld immer bunter wird, bezüglich der Herkunftsländer.

IMG_1891

Und mit schnell hatte ich auch dieses Jahr gerechnet! Wenn auch nicht so staubtrocken wie letztes Jahr, wo man sich nach dem Rennen erst mal die Lunge frei husten musste. Aber ein schön angefeuchteter Boden, mit ordentlich Grip im Angebot! Doch Petrus musste in der Nacht genau über Gilserberg mal so richtig zeigen was er drauf hatte und es schütte in strömen und aus einer Strecke mit gut Grip wurde das Schlachtfeld schlechthin. Und ich hatte hier schon einiges erlebt, dies übertraf aber alles, dafür hatte mir schon der Anblick des Platzes aus rotem Sand im Zielbereich genügt.

Mit Erfolg konnte ich weitere Gedanken daran ausblenden und hockte mich auf die Rolle zum Warm fahren. War auch bitter nötig bei den feucht kalten 4 oder 5°C. Dann ging es in den Startblock und pünktlich um 9.00 Uhr eierte das Feld durch die Einführungsrunde und scheinbar von meinem tollen und knall orangenen POC Helm fasziniert und abgelenkt legte sich der nette Herr links und etwas hinter mir fahrend erst mal auf den Asphalt. Oder waren es doch die coolen Schuhe von Luck? Was folgte war noch 2x links und dann endlich wieder auf der Hauptsrasse von Gilserberg und scharfer Start!

Foto-18.04.16,-10-05-18

Gut gesittet ging es dann Richtung Gelände, dort angekommen ging´s richtig los und ich nahm den Tipp von Christian Horstmann zu herzen 🙂 Einfach Lenker festhalten, der Rest kommt von allein! Hat super funktioniert und hielt meine Spur während es rechts und links von mir nur so rutschte und eierte, hehe so ist das also wenn man mal „technisch“ nicht im Nachteil ist. Das will ich öfter´s haben. Aber ein teil machten auch die Maxxis Ikon aus welche einen ordentlichen Dienst erwiesen, wie ich dann auch in den folgenden Abfahrten erfahren durfte. Aber erst mal ging es hoch und die Spitze zog mächtig am Horn! Ich krallte mich irgendwo in der Gruppe fest und ließ meine Beine die Arbeit verrichten. So gesellten sich mir und David Büschler noch ein paar weitere Fahrer und ich war auf Podiumskurs der 80 Km Distanz! Cool, läuft, Abfahrten laufen auch und hoch komme ich sowieso immer irgendwie.

Doch dann in Runde zwei kam es dicke! Und irgendwie doch auch unerwartet, oder auch nicht … Ne schwarz bin ich net geworden. Gefroren hab ich auf einmal, mir wurde kalt, die Füße und Hände steif und so machten die Beine mehr und mehr zu. Hätte wohl bei der Rundendurchfahrt noch ma 5min auf die Rolle gehen sollen 😉

Ja das war es dann mit dem Podium und ich schleppte mich dann so und so durch die Runde und mein alljährliches Ritual konnte wieder eingeläutet werden! Fluchen, fluchen und noch mehr fluchen. Jedes Jahr auf´s neue verfluche ich dieses Rennen und schwöre mir zu Leib und Seele im kommenden Jahr hier nicht mehr zu starten. Aber nach dem langen Winter sind die Hormone halt anders und jegliche Logik und Gedanken vom Vorjahr werden ausser Kraft gesetzt, Frühjaresklassiker halt. 

Der einsetzende Regen tat da nicht gerade besseres, geschweige den der leichte Schneegraupel am höchsten Punkt der Strecke. Aber zum Ende, ja zum Ende wenn Hopfen und Malz schon verloren sind, da kam die Sonne noch mal raus und es wurde wieder leicht angenehmer, ich somit wieder etwas schneller, natürlich vergebens.

Foto-17.04.16,-14-15-43

Claudia auf Platz 3!

Somit durfte ich mich dann mit Platz 6 der Herren zufrieden geben und braun hinter den Ohren wieder Richtung Heimat die Reise antreten. Nein traurig war ich nicht! Schließlich hat ja meine besser Hälfte Platz 3 auf der kurzen belegt! Kann ich mich wenigstens als relativ guter Trainingsberater brüsten um jetzt nicht gleich überheblich zu werden und Trainer zu sagen 😀