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Marathon World Series – 8° Tiliment Marathon Bike

In den letzten Wochen ging es mit den Rennen Schlag auf Schlag und fand leider nicht wirklich die Zeit, um die Rennberichte zu schreiben. Doch so ganz ohne will ich das auch nicht stehen lassen und werde nun „Nachsitzen“ .

8° Tiliment Marathon Bike

Das für 2016 zu erst geplante World Series Rennen, war der 8° Tiliment Marathon Bike im schönen Italien. Noch recht nördlich gelegen und in der Nähe des Länderdreieck Österreich – Slowakei – Italien, fand man hier neben atemberaubenden Flüssen auch ordentlich an Berge. Dies ließ meine Vorfreude auf das Rennen in die Höhe steigen. Im Gegenzug sah man bei Teamkollege Julian, den Respekt und Claudia versank jetzt in Mitleid, für uns Beide 😉 . 

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Durch die Anreise 2 Tage vor dem Rennen, konnten wir auch ganz entspannt uns einrichten, Startnummern holen, Vorbelastung fahren und mit dem Auto die Verpflegungspunkte vorab ansteuern um dann beim nicht enden wollenden Teammanger- bzw. Fahrermeeting fast einzuschlafen. Zum Kochen zu faul trieb es uns dann in ein nahe gelegenes Restaurant und wir bereuten die Entscheidung zu keiner Zeit, top Küche erwischt!

Zum nächsten Morgen begrüßte uns ein bedeckter Himmel und ca. 15°C zum Start. Naja Italien hab ich mir eigentlich immer wärmer vorgestellt. Doch das gute Essen mit der Zubereitung der Liebe eines italienischen Koches, wärmte mich von innen heraus und das sollte mir noch den Tag retten! Glaubt mir!

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Flach ging es los, schön schnell und ich konnte mich trotzdem nach vorne Arbeiten. Und kein Plan wie die das machen aber es war genial, die Strecke wurde nach und nach welliger und technischer. Man konnte sich so richtig schön rein fahren, in das Rennen. Daumen hoch!

Irgendwann kamen wir dann auch zum längsten Anstieg. Ich suchte und fand meinen Rhythmus, begleitet von einem Italiener der irgendwas vor sich hinlaberte. Da ich der italienischen Sprache nicht mächtig bin haute ich ein: „I do not Italy, you can speak English?“  raus. Das war ein GROSSER Fehler! Was er jetzt sagte, wollte ich dann eigentlich doch nicht wissen! Zumindest den 2. Teil nicht und er war wie ein defektes Radio das nicht mehr ausging. Egal welche Frequenz, immer die gleiche Stimme. Also hörte ich mir seine Sorgen an und es hieß ins deutsche: „Jetzt sind wir am längsten Anstieg und es geht lange hoch und wird immer steiler!“ Dieser Teil war gut, vielleicht werde ich so das kaputte „Italiano-Radio“ irgendwann los und kann es hinter mir lassen. Dann kam der zweite Teil: „Da oben ist es sehr, sehr kalt“ … Ja OK ist ein Südländer, wenn er kalt sagt, dann fahren wir noch in kurzen Hosen rum. So meine Gedanken und war auch so, ich war kurz unterwegs. Er setzte fort: „Ja, jaaaaaa da oben schneit es“. Ich so zu ihm ein hääääääää entgegen geschleudert. Der hat doch irgendwas im Blut, redete ich mir dann ein. Und er setzte fort: „Aber oben gibt es Kessel mit warmen Tee und alles wird gut“. Ich dachte nur noch an die Helden Asterix & Obelix und wollte nen Kessel Zaubertrank damit ich diesen „Römer“ aus seinen Bikelatschen hauen kann, der wohl versuchte mich mental mürbe zu machen.

Auf den letzten 100 Hm fing es doch tatsächlich an zu schneien. Brille putzen, Augen reiben und sich eine klatschen, alles half nix. Ich sehe hier wirklich Schnee und oben gab es wirklich Tee. Den brauchte ich nicht! Denn ich hatte noch des Italieners mit Liebe gekochte Speise in mir oder zumindest was noch übrig war und es reichte aus das ich trotz -1°C in kurzer Hose und Trikot mit Armlinge nicht fror. Durch Probleme mit der Schaltung gesellte sich mein „Römer“ wieder zu mir und war blau wie Schlumpf. Er schaute mich mit großen Augen an und fragte auf einmal woher ich komme und nicht frierte. Ich sagte „Germany“ und er schüttelte nur noch mit dem Kopf und zitterte sich mir davon, während ich mit meiner Schaltung kämpfte. Endlich bei Claudia fast wieder unten angekommen fragte Sie ob ich was warmes brauche oder so. Ich entgegnete ein Nein und sagte ich will Werkzeug. Da ist das Auto wie geplant und alles griffbereit im Kofferraum. Schraube gedreht und weiter ging es. War nen Torx und ich hatte das falsche Multitool dabei, Anfängerfehler, ich weiß!

Wie die Strecke anfing, ging Sie auch wieder zu Ende. Nach und nach wurden die Anstiege kürzer, die Trails einfacher bis die letzten 7 km in einem nicht endeten, flachen Zeitfahren zum Ziel führten.

Angekommen auf Platz 38 nach 102 Km und 2700Hm, gab ich mein Transponder ab und kassierte den Pfand von 10€ und hockte mich bei Start und Ziel ins Kaffee um auf Claudia zu warten, welche Julian noch auf der Strecke verpflegte. Lecker war der Latte Macchiato und sämtliche Backwaren welche mir das freundliche Café für 10€ so alles her gab. Zielverpflegung fand ich auf die schnelle keine und auf draußen hatte ich auch kein Bock mehr da mir dann doch langsam kalt wurde, denn das mit Liebe gekochte Italianoessen war zu 100% verbrannt …